HAMLET
nach William Shakespeare

Hamlet ist tot. Das Drama ist zu Ende. Doch Horatio ist zurück geblieben. Hamlets alter Freund findet keine Ruhe. Von Hamlet beauftragt, seine Geschichte zu erzählen, dreht er nachts rastlos Runde um Runde. Die Toten steigen aus ihren Gräbern und lassen ihn alles wieder und wieder durchleben.
Doch Hamlet ist kein Held. Hamlets Morde sind keine notwendigen Opfer am Dienste einer höheren Gerechtigkeit. Horatio sieht nur Kontingenz: Zufälle, missglückte Listen und sinnloses Schlachten. Horatio trägt die Verantwortung, er muss von den Ereignissen – der exzessiven Gewalt – berichten. Er muss erzählen, Zeugnis ablegen. Er darf die Opfer nicht vergessen, muss sich erinnern. Horatios Medium ist die Sprache. Er muss erzählen um das Trauma zu überwinden. Dazu braucht er das Publikum. Erzählen erfordert einen Zuhörer.

Länge: 75 Minuten
Schauspiel: Maxi Blasius | Inszenierung: Stefan Meißner

MACBETH
nach William Shakespeare

Shakespeares „Macbeth“ ist ein Klassiker der Dramenliteratur, eine zeitlose Urfabel über Machtgier, Mord und die sich fortsetzende Gewalt. Der anfangs zögerliche Königsmörder Macbeth wird zur Tötungsmaschine, zum Serienkiller. Die Anstifterin Lady Macbeth erliegt dem Wahnsinn.
Shakespears Macbeth als Solo fokussiert die Komplizenschaft und das Zusammenwirken des Karrierepaares, das alles für den eigenen Aufstieg tut. Es werden die Mechanismen von Ehrgeiz, Verbrechen und Gewalt aufgezeigt, ohne dabei moralische Lektionen zu erteilen. Der Klassiker kommentiert auf fast unheimliche Weise unsere Gegenwart in Politik, Kultur und Gesellschaft. Macbeth stellt die Frage: Was ist männlich? Die Geschlechterrollen und -konzepte werden dabei immer wieder neu durchgespielt.
Ein intimes Einpersonendrama, eine One-Woman-Show. Gekürzt und ungeglättet.

Länge: 70 Minuten
Schauspiel: Laura Parker | Inszenierung: Stefan Meißner

DER SANDMANN
nach E. T. A. Hoffmann

E.T.A, Hoffmanns „Der Sandmann“ ist ein Prototyp deutscher Schauerromantik und wird hier zu einem düsteren SciFi-Drama über toxische Maskulinität als Reaktion auf den männlichen Blick medialer Genderrepräsentationen.
Der Nathanael als Astronaut, alleine in seinem Raumschiff, umgeben von der Leere des Weltenraums, mit seiner Verlobten Clara nur über Videobotschaften in Kontakt, der „Automat“ Olimpia als Stimme des Bordcomputers, die Visionen vom „Sandmann“ Coppelius als Folgen antifeministischer Ansichten eines Patriarchats, das es zu überwinden gilt und das sich in Nathanaels traumatisiertem Geist im Kampf mit einer progressiven Wirklichkeit befindet.

Länge: 70 Minuten
Schauspiel: Stefan Meißner | Inszenierung: Carsten Panitz

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